PrEval Monitor
Der PrEval Monitor 2025
In der neuen Auflage des PrEval Monitors präsentiert der PrEval-Forschungsverbund die zentralen Ergebnisse aus drei Jahren Projektarbeit und formuliert Empfehlungen an Politik und Praxis, um Extremismusprävention, Demokratieförderung und politische Bildung nachhaltig zu stärken – in Deutschland, aber auch international.
Vorgestellt wurde die neue Ausgabe am 24. und 25. November 2025 in Berlin auf dem PrEval Fachtag.
Inhalt
Vorschau
TEIL I: Vom Format zur Umsetzung – die Zukunftswerkstätten
Zukunftswerkstatt Unterstützungsangebote.
Passgenaue Unterstützung für die Fachpraxis bei Evaluation und Qualitätssicherung
Violence Prevention Network, i-unito
Können Peer-to-Peer-Workshops vertrauensvollen Austausch über Qualitätssicherung fördern? Welche Impulse geben Evaluationen für strategische Entscheidungen? Und wie lassen sich Brücken zwischen Fachpraxis, Verwaltung und Zuwendungsgebenden bauen? 2024 und 2025 stand die Erprobung von Unterstützungsformaten im Fokus. In diesem Kapitel bündeln wir zentrale Erkenntnisse und formulieren konkrete Empfehlungen für ihre Umsetzung.
Zukunftswerkstatt Evaluationsdatenbank.
Wissen zusammenführen und erschließen – Empfehlungen zur Struktur einer Evaluationsdatenbank
Deutsches Forum für Kriminalprävention (DFK), Hessische Hochschule für öffentliches Management und Sicherheit (HöMS), Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG), Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)
Wie lässt sich vorhandenes Evaluationswissen in der Extremismusprävention, politischen Bildung und Demokratieförderung besser nutzbar machen? Eine zentrale Erkenntnis aus der ersten Projektphase war die Notwendigkeit, Ansätze, Methoden und Befunde systematisch zu bündeln und zugänglich zu machen. Die Zukunftswerkstatt Evaluationsdatenbank hat genau diesen Bedarf aufgegriffen – mit dem Ziel, wissenschaftliche Erkenntnisse und Praxiserfahrungen in einer strukturierten, nutzerfreundlichen Form zusammenzuführen. Dieser Beitrag zeigt, wie eine Evaluationsdatenbank inhaltlich und technisch ausgestaltet werden kann, die diese Funktionen praxisorientiert und systematisch erfüllt.
TEIL II: Monitoring und Analyse – Evaluationsforschung und -praxis in Deutschland und international
Teilprojekt PrEval-Plattform: Weiterführung und Vertiefung.
Kommunale Evaluationsstrukturen und -kapazitäten in der Extremismusprävention, Demokratieförderung und politischen Bildung in Deutschland
Institut für interdisziplinäre Konflikt- und Gewaltforschung (IKG)
Kommunen sind zentrale Orte demokratischer Gestaltung, an denen sich entscheidet, wie Teilhabe und Zusammenhalt gelebt werden. Evaluation kann dazu beitragen, die Qualität und Wirksamkeit kommunaler Präventions-, Demokratie- und Bildungsarbeit zu stärken, Lernprozesse anzustoßen und Vertrauen zu fördern. Damit Evaluation dieses Potenzial entfalten kann, bedarf es gemeinsamer Standards, externer fachlicher Unterstützung, stabiler Netzwerke sowie einer Kultur der Kooperation, des Lernens und eines konstruktiven Umgangs mit Fehlern, die von Politik, Verwaltung, Praxis und Wissenschaft gemeinsam getragen wird – als Grundlage für nachhaltige und ressourcensensible Arbeit vor Ort.
Teilprojekt Internationales Monitoring.
Extremismus, Prävention und Evaluierung weltweit – Neue Erkenntnisse und Lehren aus dem internationalen Monitoring
Global Public Policy Institute (GPPi)
Gibt es in der Evaluation von Extremismuspräventionsmaßnahmen Fortschritte – oder ist das Feld ins Stocken geraten? Während sich Extremismus wandelt und politische Sensibilität wächst, bleiben Innovation, Transparenz und Finanzierung in der Evaluation von Präventionsmaßnahmen weitgehend aus. Die Ergebnisse der zweiten Erhebung des internationalen Monitorings beleuchten Trends in zwölf Ländern – und was jetzt passieren muss, damit Evaluation weiter zu besserer Prävention beitragen kann.
Teilprojekt Internationales Monitoring.
Extremismusprävention und politische Bildung international – Gegensatz oder Symbiose?
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Wird die Prävention von Radikalisierung und Extremismus international als Bildungsaufgabe gesehen? Und wenn ja: Wie wird der Zusammenhang von Extremismusprävention und (politischer) Bildung organisiert? Anhand von Daten aus einer internationalen Befragung geht das folgende Kapitel diesen Fragen auf den Grund. Ergänzend wurden im englischen Bildungssystem vertiefende Interviews geführt, um die Intensität und Formen der Zusammenarbeit zwischen Bildungs- und Präventionsakteuren zu untersuchen.
Teilprojekt Evaluationsforschung.
Demokratie und Diversität als Gegenstand und Anspruch –Gesellschaftliche Herausforderungen im Spiegel der Evaluationsforschung
Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
Spiegelt die Evaluationsforschung gesellschaftliche Demokratieverständnisse wider? Unser Monitoring internationaler Evaluationszeitschriften offenbart die bemerkenswerte Evolution demokratischer Konzepte der letzten 25 Jahre: Von einem umfassenden, aber abstrakten Demokratieverständnis hin zu konkreter Partizipation, von affirmativer Diversität zu machtkritischer Auseinandersetzung mit Rassismus. Die Daten erzählen von tiefgreifenden gesellschaftlichen Transformationen und einer Evaluationspraxis, die durch partizipative und diskriminierungskritische Ansätze selbst zur Stärkung demokratischer Prozesse beitragen kann.
TEIL III: Evaluation im digitalen Zeitalter – Herausforderungen für politische Bildung, Sekundär- und Tertiärprävention
Pilotstudie Sekundär- und Tertiärprävention.
Evaluative Herausforderungen und Erkenntnisse aus digitalen Beratungsprojekten der sekundären und tertiären Extremismusprävention
Violence Prevention Network, i-unito, Peace Research Institute Frankfurt (PRIF)
Digitale Beratung in der Extremismusprävention bewegt sich im Spannungsfeld von Plattformlogiken, Datenschutz, Beziehungspflege und knappen Ressourcen. Viele Projekte wünschen sich wirksame Evaluation – doch was bedeutet wirksam, wenn Zielgruppen anonym bleiben, Beziehungen online entstehen und Beratungsverläufe kaum planbar sind? Unsere Studie zeigt: Klassische Wirkungsmessung greift hier oft zu kurz. Stattdessen braucht es einen Perspektivwechsel – weg von starren Output-Zählungen hin zu lernorientierten, plattform- und beziehungsbewussten Evaluationen.
Pilotstudie Politische Bildung.
Entwicklung eines KI-Kompetenzprofils aus Perspektive der politischen Bildung
Universität Duisburg-Essen (UDE)
Wie verändert KI demokratische Prozesse? Und welche Kompetenzen werden dafür gebraucht? Diese Studie untersucht, welche Chancen und Risiken KI für politische Bildung birgt und wie Bürger*innen besser auf die KI-geprägte Zukunft vorbereitet werden können. Wir werfen einen Blick auf internationale Rahmenwerke, gesellschaftspolitische Herausforderungen und konkrete Evaluationsansätze, damit KI-Nutzung in demokratischen Kontexten verantwortungsvoll gestaltet werden kann.
TEIL IV: Evaluation weiterdenken – Zum Umgang mit Erkenntnissen aus und über Evaluationen
Selbstevaluation hybrider Projekte der politischen Bildung.
Eine transdisziplinäre Methodenwerkstatt und Workshops als Räume für Instrumenten(weiter-)entwicklung
Peace Research Institute Frankfurt (PRIF), Deutsches Zentrum für Integrations- und Migrationsforschung (DeZIM)
Wie kann man sich der Selbstevaluation eines Bildungsangebots mit digitalen Anteilen nähern – und dabei berücksichtigen, dass die Evaluation von Digitalprojekten kein business as usual ist? Digitale Formate stellen besondere Anforderungen an die Evaluation und erfordern fachübergreifende Perspektiven. Bildungs- und Medienwissenschaften etwa bringen jeweils eigene methodische Zugänge mit, die sich sinnvoll ergänzen können. Gemeinsam mit basa e.V. haben wir erprobt, wie in einem transdisziplinären Prozess praxistaugliche Selbstevaluationsinstrumente entwickelt werden können.
Wirkungshorizonte von Evaluationen.
Zum Uptake von Evaluationen der Extremismusprävention
Marion Lempp (freiberufliche Evaluatorin)
Evaluationen in der Extremismusprävention entfalten insbesondere dann ihr Potenzial, wenn sie nicht primär als Instrumente externer Kontrolle, sondern als Mittel evidenzbasierter Steuerung, reflexiven Lernens und kontinuierlicher Qualitätsentwicklung konzipiert werden. Voraussetzung hierfür ist eine breiter angelegte Evaluationspraxis, die bereits im Vorfeld durch eine differenzierte Zielklärung strukturiert und im Anschluss von einer wissenschaftlich fundierten Begleitung der Umsetzungsprozesse flankiert wird.
PrEval Monitor 2024
Der PrEval Monitor ist die zentrale Publikation des Projekts PrEval – Zukunftswerkstätten. Als digitale Open Access- und Print-Publikation stellt er übersichtlich Forschungstätigkeit, zentrale Erkenntnisse und Empfehlungen des PrEval-Projekts seit 2022 vor.
Die erste Auflage des PrEval Monitors wurde auf dem PrEval Fachtag 2024 vorgestellt. Eine zweite, aktualisierte Auflage erschien im Jahr 2025.
Der PrEval Monitor 2024 ist auch in englischer Sprache verfügbar.
PrEval Monitor 2024
Extremismusprävention, Demokratieförderung und politische Bildung durch Evaluation stärken.
Ergebnisse und Empfehlungen aus dem PrEval-Netzwerk, PrEval Monitor, 1. Aufl. 2024, Frankfurt/M.
DOI: 10.48809/PrEvalMon24
Download
PrEval Monitor 2025
Extremismusprävention, Demokratieförderung und politische Bildung durch Evaluation stärken.
Ergebnisse und Empfehlungen aus dem PrEval-Netzwerk, PrEval Monitor, 2. Aufl. 2025, Frankfurt/M.
DOI: 10.48809/PrEvalMon25