PrEval Studie 8/2025
Klient*innenzentrierte Evaluation in komplexen Beratungssettings
Svetla Koynova & Emma van Heeswijk (Violence Prevention Network)
Welche Wirkung entfaltet eigentlich ein komplexes Unterstützungsnetzwerk auf den individuellen Distanzierungsprozess von Klient*innen? Und wie lassen sich diese vielschichtigen Wechselwirkungen erfassen und auswerten? Diese Fragen standen im Zentrum einer innovativen PrEval-Pilotstudie, die im Zeitraum von 2022 bis 2024 durchgeführt wurde. Anstatt nur einzelne Programme zu betrachten, wurde in dieser Untersuchung das Zusammenspiel des gesamten Hilfenetzwerks in den Blick genommen – von zivilgesellschaftlichen Beratungsstellen über Ämter und Justiz bis hin zu ehrenamtlichen Angeboten oder spezialisierten Dienstleister*innen.
Um die Umsetzbarkeit einer solchen klient*innenzentrierten Evaluation zu prüfen, fand eine Zusammenarbeit mit dem Aussteigerprogramm Sachsen (APro Sachsen) statt. Zum Einsatz kamen sowohl Interviews mit Klient*innen, Berater*innen und weiteren beteiligten Akteur*innen als auch Netzwerkkarten, um die Wechselwirkungen im Hilfesystem sichtbar zu machen.
Die Ergebnisse liefern praxisnahe Empfehlungen für Fachkräfte in Distanzierungsprogrammen, ihre Kooperationspartner*innen sowie für Evaluierende, um die Wirkungen komplexer Hilfenetzwerke besser zu verstehen und gezielt zu stärken.
Die Autorinnen
Svetla Koynova ist Politikwissenschaftlerin und Religionssoziologin mit Schwerpunkt auf interkulturellem und transkulturellem Management. Zusammen mit Maximilian Campos Ruf leitet sie den Fachbereich Wissenschaft bei Violence Prevention Network gGmbH. Zu ihren Forschungsschwerpunkten zählen Monitoring, Evaluation und Lernprozesse, gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit und Radikalisierung.
Emma van Heeswijk ist Anthropologin und promoviert an der Universität Utrecht zum Thema legaler Feuerwaffen-Communities. Ihre Forschung konzentriert sich auf Sicherheit und Gewalt. Sie studierte Kulturanthropologie mit Schwerpunkt Kriminologie (BA, Utrecht) und Security, Intelligence and Strategic Studies mit Spezialisierung in Friedens- und Konfliktforschung (MA, Glasgow, Dublin, Prag). Beim Violence Prevention Network wirkte sie an der Studie zur klient*innenzentrierten Evaluation mit.
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Weitere Informationen zur Pilotstudie
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